Eine Möglichkeit der Varroabehandlung ist das vollständige entfernen der Brut. In den Sommermonaten halten sich die Varroen überwiegend in der Brut auf. Entferne ich das komplette Brutnest habe ich die Varroen dann zum größsten Teil entfernt. Auf den Bienen sitzende Varroen werden durch einsprühen der Bienen mit Oxalsäure bekämpft.
Das Teilen:
Auf dem alten Beutenboden kommt eine Zarge mit ausgebauten Waben (geschleuderte Honigwaben). Die Königin kommt in einen Schutzkäfig mit Futterteig und wird auf die ausgebauten Waben gelegt. Sie wird später von ihrem Volk befreit. Die Bienen erkennen ihren alten Standort (alter Beutenboden) und ihre Königin an ihrem Duft. Die Königin kann nachdem sie von ihrem Volk freigefressen ist, sofort ein neues Brutnest anlegen und wird von allen Flugbiene dabei unterstützt. Nach zwei Tagen sind alle Flugbienen dem Flugling zugeflogen. Alle Verramilben sitzen auf den adulten Bienen und können mit Öxalsäurelösung behandelt werden. Für ausreichend Futter sorgen.
Die Brutwaben
Sämtliche entnommenen Brutwaben werden als Brutableger (Brutling) mit einem neuen Boden versehen und getrennt aufgestellt. Die Flugbienen fliegen zum alten Standort zurück und verstärken dort die Mannschaft. Im Brutling legen sie Weiselzellen an und haben nach ca. 16 Tagen eine neue Königin. Ist alle Brut im Ableger geschlüpt, wird der Butableger gegen Varroa behandelt. Das darf keinesfalls vergessen werde, da der Ableger ja sämtliche Varroen aus dem Volk erhalten hat. Da der Brutling keine Wächterbienen hat, muss das Flugloch klein und leicht zu verteidigen sein. Auch eine Futterkontrolle ist notwendig und der Futtervorrat muss ausreichend sein (Füttern oder Futterwaben geben).
Verwendung des Brutablegers
Im Vorfeld muss ich mir sich Gedanken machen, was ich mit dem Brutableger der ja Ableger wird, geschehen soll. Auch die Frage des Beutenmaterials muss geklärt sein. Will ich die Brutableger als Ableger weiter behalten oder will ich die beiden Volksteile wieder zusammen führen. Ich brauche für den Brutling eine komplette Beute ohne Waben. Das Verwenden eine Bienenflucht als Boden ist auch möglich.
Will ich mit dieser Massnahme auch gleich Ablegerbilden will sollten vielleicht gleich zwei oder mehrere Bruträume zusammen geführt werden (Sammelbrutableger). Es kommt da sehr auf die Jahrezeit an. Je frrüher im Jahr ich die Teilung mache um so stärker werden die Ableger. Brutableger haben ja viele Varroen sind also stark vorgeschädigt und die schlüpfenden Bienen nicht langlebig. Ich kann auch alle Brutwaben zu einem Volk zusammenführen (Sammelbrutableger) der dann eine ausreichende Stärke für die Überwinterung hat. Ein Sammelbrutableger braucht nicht soviele Pflegebienen da ja täglich viele Bienenschlüpfen. Ich kann deshalb mehr Bienen in Flugling lassen (abfegen) als durch Abflug zum Flugling kommen.
Vorteile und Nachteile
Vorteil Wabenerneuerung: Da beide Volksteile im Ablauf Brutfrei sind kann ich alle dunklen und alten Waben ersetzen.
Vorteil Austausch der Königin: Im Flugling wird eine neue Königin eingesetzt. (Der Duft der Königin ist nicht vorhanden der Flugling bleibt etwas schwächer)
Vorteil Brut: Es wird keine Brut vernichtet. Die geschlüpfte, gesunde Brut verstärkt den Flugling oder ein anderes Volk. Oder wird ein gesunder Ableger.
Vorteil Wetterunabhängigkeit: Nach dem Aufteilen des Volkes in Bienen mit und ohne Brut kann ich die Varroamilben in den Volksteilen unabhängig von den Aussentemperaturen erfolgreich bekämpfen.
Vorteil mit Honigräume: Die Brutentnahme kann auch während der Tracht erfolgen. Die Honigräume verbleiben beim Flugling. Allerdings kann beim Flugling dann keine Oxalsäurebehandlung erfolgen.
Vorteil Sammelbrutableger: Habe ich nicht für jedes meiner Völker das Material (Deckel, Boden, Zarge) kann ich auch einen Sammelbrutableger (Brutscheune) bilden. Alle Brut wird zu ein Volk. Da werden nicht viele Pflegebienen gebrauch, sie können im Flugling verbleiben und beim Abbau eines neunen Brutnestes helfen. Sammelbrutableger können schwärmen. Es ist eine starke Reduzierung der Nachschaffungzellen notwendig.
Nachteil Materialschlacht: Es wird viel Materialgebraucht. Eine Hilfe könnten Bienenfluchten sein. Als Deckel bleiben die Bienenfluchten auf dem Flugling und der Brutling kommt auf der nach unten verschlossenen Bienenflucht. Ein kleines offenes Flugloch nach draussen muss in der Bienenfluchtvorhanden sein. Einige Bienenfluchten sind dafür vorbereitet. Es ist etwas umständlich da ich ja um an den Flugling zu kommen alles abstapeln muss (Füttern, Varroabehandlung).
Der KIV Rhein-Ruhr veranstaltet im Juli/August regelmässig eine praktische Übung. Bitte achtet auf unseren Veranstaltungskalender.