Wir haben unter dieser Rubrik mal die Bienenkrankheiten zusammengetragen. Wichtig ist das Erkennen von Krankheiten um geeignete Massnahmen zur Abwehr zu treffen. Bei vielen Krankheiten brauchen Bienenvölker nur leichte Hilfestellungen, bei anderen ist ein starkes Eingreifen erforderlich.
Das Wichtigste der Bienenvorsorge
- Konsequente Wabenhygiene: Altes Wabenwerk ist ein Speicher für Krankheitserreger und Schadstoffe. Durch den jährlichen Austausch von mindestens der Hälfte der Waben wird die Keimbelastung im Volk drastisch gesenkt.
- Standortwahl: Ein sonniger, trockener und gut belüfteter Bienenstand schützt die Völker vor Feuchtigkeit und Pilzerkrankungen.
- Ausreichende Ernährung: Eine gesunde Trachtversorgung (abwechslungsreiche Trachtpflanzen) stärkt das natürliche Immunsystem der Bienen gegenüber Infektionen.
- Regelmäßige Durchsichten: Das geschulte Auge der Imkerin oder des Imkers erkennt Veränderungen im Brutbild (z. B. lückenhafte Brut) frühzeitig.
Wir unterscheiden hier meldepflichtige und allgemeine Bienenkrankheiten.
Die Varroamilbe, Amerikanische Faulbrut (AFB), kleiner Beutenkäfer, Trophilapismilbe sind anzeigepflichtige Bienenkrankheiten und werden gesondert behandelt.
Krankheiten der Brut:
Kalkbrut
Die Brutkrankheiten Kalkbrut wird von einem Pilz (Ascophera apis) verursacht. Der Pilz umhüllt die Bienenlarve vollständig und liegt bei starkem mit vielen Kalkbrutmumien auf dem Beuteboden oder werden von den Bienen durch das Flugloch nach aussen getragen. Die Mumien sind grau bis weiss und lassen sich leicht zerdrücken.
Gegenstrategie: Starke Völker, junge Königinnen und trocken aufgestellte Beuten helfen den Bienen, diese Krankheiten selbst in den Griff zu bekommen. Oft ist Kalkbrut genetisch bedingt, da hilft der Austausch der Königin. Waben mit starkem Befall von Kalkbrut sollten ausgetauscht werden.
Sackbrut
Sackbrut wird von einem Virus (RNA Virus Moratorium aetatulae) verursacht. Das Virus wird von erwachsenen Bienen bei der Futtergabe verbreitet. Das Virus verfärbt die Strecklarve, zersetzt sie aber nicht. Es bleibt ein braunes Säckchen das nach und nach eintrocknet. Das Säckchen verformt sich beim Eintrocknen zu einem Schiffchen (Schiffchenbrut).
Gegenstrategie: Wie bei der Kalkbrut die Versorgung der Bienen verbessern. Eine Futtergabe erhöht den Putztrieb und die Selbstheilung wird angeregt.
Steinbrut
Ist eine Pilzkrankheit (Aspergillus flavus). Der Pilz durchdringt und mumifiziert die Brut und auch die ganze Wabe. Steinbrut ist sehr selten und kommt bei und nicht vor. Der Pilz ist für den Menschen gefährlich.
Gegenstrategie: Volk vernichten und Beute desinfizieren.
Amerikanische Faulbrut AFB wird bei den Meldepflichtigen Krankheiten behandelt
Krankheiten der erwachsenen Biene:
Nosematose
Ruhr
Maikrankheit
Tracheenmilbe
Virosen
Es gibt eine Vielzahl von Vieren die in der Biene eindringen können. Häufigster Überträger ist die Varoamilbe (Saugloch der Milbe) oder sie können aber auch durch eine geschädigte Darmwand in die Blutbahn der Biene gelangen. Viele Vieren sind latentem Bienenvolk vorhanden und vermehren sich wenn sie schlecht gehalten werden.
Aufgaben und Unterstützung im KIV Rhein-Ruhr
Der Kreisimkerverein Rhein-Ruhr unterstützt seine Mitglieder aktiv beim Thema Bienengesundheit:
- Ausgebildete Bienensachverständige (BSV) stehen bei Verdachtsfällen oder Fragen beratend zur Seite.
- Regelmäßige Vorträge und Kurse zu Seuchenprävention, Varroabehandlung und seuchensicherem Imkern.
- Schnelle Information der Mitglieder bei Ausbrüchen meldepflichtiger Krankheiten (wie der Amerikanischen Faulbrut) in der Region.