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Spätsommerpflege

Die Spätsommerpflege der Bienenvölker: Das Fundament für den Wintererfolg

Der Spätsommer (etwa ab Juli/August nach der letzten Schleuderung) ist für Imkerinnen und Imker die wichtigste Weichenstellung des Bienenjahres. Was in diesen Wochen versäumt wird, lässt sich im Frühjahr kaum noch aufholen. Die hier heranwachsenden Bienen sind die Winterbienen, die das Volk durch die kalte Jahreszeit tragen müssen.

Die 4 Hauptsäulen der Spätsommerpflege

1. Rechtzeitige und konsequente Varroabehandlung

Die Varroamilbe ist nach wie vor die größte Bedrohung für die Bienengesundheit.

  • Priorität nach der Honigernte: Sobald der letzte Honigraum abgeräumt ist, muss die Behandlung der Völker ohne Verzögerung beginnen.
  • Das Konzept "Teilen und Behandeln" (TuB): Eine hocheffiziente, biotechnische Methode, bei der das Volk im Spätsommer aufgeteilt wird, um in brutfreien Phasen gezielt mit Oxalsäure zu behandeln (siehe dazu auch unseren separaten Fachbeitrag zum TuB-Verfahren).
  • Alternativen: Je nach Betriebsweise kommen auch organische Säuren (wie Ameisensäure) oder Thymol-Präparate zum Einsatz. Wichtig ist die lückenlose Dokumentation und Kontrolle des Behandlungs- und Milbenfalls.

2. Auffütterung für den Winter

Damit das Volk den Winter unbeschadet überstehen kann, benötigt es ausreichende Futterreserven.

  • Menge: Ein starkes Wirtschaftsvolk benötigt in unseren Breiten etwa 10 bis 12 kg Winterfutter (zusätzlich zu dem, was evtl. noch in den Waben verbleibt).
  • Zeitpunkt: Die Fütterung sollte möglichst zügig nach der Honigernte und dem Start der Varroabehandlung erfolgen (idealerweise im August/September), damit das Futter noch rechtzeitig umgetragen und eingelagert werden kann. Lange Verzögerungen treiben die Königin zu unnötiger Spätbrut an.
  • Futterqualität: Es wird klassischerweise fertiger Bienen sirup (Zuckersirup auf Weizen- oder Rübenbasis) oder klassischer Haushaltszucker (Saccharose im Verhältnis 3:2 mit Wasser gelöst) verwendet.

3. Wabenhygiene und Bauerneuerung

Der Spätsommer bietet das perfekte Zeitfenster, um das alte Wabenwerk zu reduzieren.

  • Altwaben entnehmen: Dunkle, stark bebrütete Waben sollten konsequent eingeschmolzen werden. Ziel ist es, jedes Jahr mindestens ein Drittel bis die Hälfte des Wabenwerks zu erneuern, um Krankheitserreger (wie Sporen der Amerikanische Faulbrut oder Nosematose) im Stock zu minimieren.
  • Einengung auf den echten Bedarf: Die Völker werden auf so vielen Waben überwintert, wie sie eng besetzen können. Überschüssige Leerwaben werden entnommen, um sie vor der Wachsmotte geschützt einzulagern.

4. Schutz vor Räuberei

Da im Spätsommer die Trachtquellen in der Natur stark nachlassen (Trachtlücke), sind Bienenvölker extrem nervös und neigen zu Räuberei.

  • Fluglöcher anpassen: Die Fluglöcher müssen – insbesondere bei schwächeren Völkern oder Ablegern – stark eingeengt werden (oft reicht ein Spalt von nur 2 bis 3 Zentimetern), damit die Bienen ihr Heim effektiv verteidigen können.
  • Sauberkeit am Stand: Futterreste, honigfeuchte Gerätschaften oder Waben dürfen niemals offen am Bienenstand stehen gelassen werden. Gefüttert wird am besten abends nach Flugende.

Zusammenfassung für Imker:innen

Mit einer sorgfältigen Spätsommerpflege schaffen Sie die biologischen Voraussetzungen dafür, dass Ihre Bienenvölker stark, gesund und mit genügend langlebigen Winterbienen in die Ruhephase starten. Ein gesunder Start im Spätsommer ist die beste Garantie für einen guten Honigertrag im kommenden Frühjahr!